11. November 2009

Eierschalensollbruchstellenverursacher

Da sage noch einer, Werbung verdumme das Volk!

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Ich hätte das Produkt für ein Kuriosum gehalten, wenn nicht heute schon wieder ein Werbeheftchen ins Haus geflattert wäre. Offenbar gibt es im Bereich technischer Eiöffnugsunterstützungsaggregate nicht nur einen Markt, sondern auch Konkurrenz:

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Die technologische Entwicklung verläuft inzwischen so schnell, dass wir das Problem erst durch eingehendes Studium seiner Lösung erkennen.

25. September 2009

Durchbruch in der Instant-Food-Technology

Wie der Instant-Food Hersteller Kröger aus Tälisch Raubach mitteilt, ist es nach den spektakulären Erfolgen in der Herstellung von alkoholhaltigem Getränkepulver jetzt gelungen, auch Wasser in haltbarer und platzsparender Pulverform zu produzieren.

„Wir sprechen hier nicht von getrocknetem Pulverschnee, wie die Konkurrenz behauptet“, so Firmensprecher Tiegel auf der gestrigen Pressekonferenz, „sondern von einem vollwertigen Wasserersatz in Pulverform.“
Je nach dem Kompressionsgrad des Pulvers seien Wassermengen von bis zu 100l pro Kubikdezimeter Wasserersatz technisch möglich. Der Wasserersatz sei in besonderer Weise für die Belange der Weltraumfahrt interessant, aber auch zur Versorgung von Trockenregionen und Wüstengebieten geeignet. Darüber hinaus werde selbstverständlich der Getränkemarkt revolutioniert.
„Das Schleppen schwerer Getränkekästen gehört der Vergangeheit an“, so Tiegel weiter.

Die Anwendung des Ersatzstoffes ist in jedem Falle kinderleicht: Einfach das Pulver in ein geeignetes Gefäß geben, die angegebene Menge Leitungswasser hinzufügen und kurz umrühren. Binnen einiger Sekunden steht dem Kunden klares, kohlensäurearmes Trinkwasser zum Verzehr zur Verfügung.

28. August 2009

Welches ist das falsche Pferd? – 560 Jahre Soester Fehde

„Soost“ spricht man das; das e soll nicht umlauten, sondern dehnen. Wenn ihr euch das Städtchen aus der Luft anschaut, fällt euch wahrscheinlich zuerst die klassische Form auf. Eine regelrechte Dartscheibe blinzelt einem da entgegen, und das ist seltsam. Gut, die Gegend ist flach, es gibt also kein Problem mit Höhenzügen, die das Stadtbild formen. Aber was ist mit der Industrie? Was mit dem letzten Krieg? Haben die keinen Einfluss genommen?
Wenn ihr dann hingefahren seid und durch die (Innen-)Stadt spaziert, findet ihr enge, verwinkelte Gassen mit nicht mehr als dreistöckigen Fachwerkhäusern, nur gelegentlich unterbrochen von einem Steinbau der Gründerzeit oder einem moderneren Betonklotz. Viele der Häuser haben auch in der Innenstadt ansehnliche Gärten – aber wie das? Ist die Zeit in Soest denn stehen geblieben?

Der Blick ins Geschichtsbuch behauptet zunächst was anderes. Siedlungsspuren lassen sich in Soest bis ins fünfte Jahrtausend vor unserer Zeit nachweisen – wir sprechen hier von der „Bandkeramik-Kultur“ der Jungsteinzeit, die sich natürlich keineswegs nur mit Töpfern beschäftigte, sondern offenbar auch den fruchtbaren Löss-Boden der Soester Börde für den Ackerbau zu schätzen wusste. „Altsiedelland“ nennt man so was. Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass es eine kontinuierliche Besiedlung der Gegend bis heute gegeben haben könnte, wohl auch, weil Solequellen und später Eisenverarbeitung den Ort nicht nur für Bauern, sondern auch für die Händler des Hellwegs attraktiv machten.
In die Geschichte tritt Soest mit der ersten urkundlichen Erwähnung anno 836. Zumindest von dieser Zeit an war Soest eine aufstrebende und erfolgreiche Handelsstadt. Hier finden wir auch das älteste deutsche Stadtrecht niedergelegt auf der alten und neuen Kuhhaut (1226 bzw. 1281), der alten und neuen Schrae (das ist schon wieder ein Dehnungs-e; Schra bedeutet „trockenes Fell, Pergament“; die alte ist verloren, die neue wurde 1350 begonnen) und dem Nequambuch (1315-1421). Dieses Stadtrecht exportierten Soester Handelherren z.B. nach Lübeck, das ebenso wie Soest wachsende Bedeutung in der Hanse erlangte.

Bis hierhin sieht es für Soest doch ziemlich rosig aus: Fruchtbarer Boden, Salz, Eisen, Tuche, günstige Lage an der Kreuzung Hellweg/Fernweg, fortschrittlich in Recht und Wirtschaft, wohlhabend und expandierend. Um die 10.000 Einwohner ohne zugehörige Umwohner im 15. Jahrhundert! Beteiligt an allen bedeutenden Städtebünden der Zeit! Nichts scheint einer steilen Karriere im Wege zu stehen.

Außer vielleicht die Soester Fehde, die die Bürger zwischen 1444 und 1449 mit ihrem Landesherrn, dem Erzbischof von Köln auszutragen das Bedürfnis verspürten.
Dietrich von Köln wollte die Stadt gerne etwas fester in den Griff bekommen, um von ihrem Wohlstand zu profitieren. Die Handelherren von Soest wollte ihre Rechte allerdings nicht einschränken lassen und sagten sich 1444 von Köln los, um sich einem der Gegner des Erzbischofs, Herzog Johann I. von Kleve-Mark zu unterstellen. Der hatte ihnen bereits im Vorfeld dafür noch größere Freiheiten in Aussicht gestellt.
Der Erzbischof war über die Situation nicht glücklich, sammelte schließlich ein Heer von Söldnern (angeblich 15.000, aber ich bezweifle, dass die Zahl wirklich so hoch war) und belagerte 1447 erst Lippstadt (vergeblich) und dann Soest.
Hier trennen sich die Geschichtsauffassungen.

erzbischöfliche Hakenbüchsen-Schützen

erzbischöfliche Hakenbüchsen-Schützen

Die offizielle Geschichtsschreibung konstatiert schlicht: Der Erzbischof musste die Belagerung am 21.07.1447 aus finanziellen Gründen abbrechen. Die Fehde endete zwei Jahre später, ohne dass der Erzbischof seine Rechte durchgesetzt hatte.

Sturmleitern werden durch den Graben geschleppt

Sturmleitern werden durch den Graben geschleppt

Die Soester dagegen erzählen vom patriotischen Widerstandswillen und der harten Verteidigung der Stadt, an der sich das Söldnerheer des Erzbischofs inklusive der gefürchteten hussitischen Kontingente die Zähne ausbiss: Freiheit für Soest!
Das ist der Stoff, aus dem Stadtfeste sind.

Söldner warten auf den Sturmbefehl

Söldner warten auf den Sturmbefehl

Sturm!

Sturm!

der Sturm ist abgeschlagen und auch die "Katze" müht sich vergebens

der Sturm ist abgeschlagen und auch die Katze müht sich vergebens

Gut, Soest war frei. Freier als je zuvor; die Stadt hatte mehr Rechte, als manche reichsfreie Stadt. Aber was nützt das, wenn man eine auf Handel angewiesene Enklave mitten in erzbischöflichem Gebiet ist?
Nichts.
Und damit beginnt der langsame Niedergang der Stadt. Lasst es mich in Stichworten zusammenfassen:

1604 – letzter Hansetag der Soest zugeordneten Städte
1608 – letzte Teilnahme von Soest an einem allgemeinen Hansetag
1609 – Soest fällt in brandenburgischen Besitz; der Widerstand dagegen endet
1616 – mit der Soester Kapitulation
1618-48 – Soest wird im dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet
1661 – die Madonna aus der Wiesenkriche wird nach Werl überführt; mit ihr gehen die Einnahmen aus der einträglichen Wallfahrerei
1742 – das Soester Münzrecht geht verloren
1751 – die mehr als 490 Jahre alte Ratsverfassung wird aufgehoben
1756 – Soest hat noch 3.600 Einwohner; die meisten steinernen Kaufmannshäuser sind zerfallen und in Gartenmauern um die billigeren Fachwerkhäuser herum umgewandelt worden
1809 – die Börde geht Soest verloren
1849 – der Bahnanschluss ist da! Ein Lichtblick, der Arbeit in der Zuckerproduktion und Eisenverarbeitung bringt. Trotzdem verpasst Soest den Anschluss an die industrielle Revolution
1920 – Soest ist immer noch nicht über seine mittelalterliche Stadtumwallung hinausgewachsen
1939-45 – im Krieg ist der Soester Bahnhof ein wichtiger Umschlagplatz zwischen dem Ruhrgebiet und Schlesien; das mach die Stadt aber auch zum Ziel einiger glimpflich verlaufender Bombenangriffe

Heute ist Soest „ein beliebter Wohnort für Pendler ins östliche Ruhrgebiet“ und Sitz des Bübchen-Werks, einer Nestlé-Tochter, die Kinderpflegeprodukte herstellt. Die Ratsherren von 1449 hätten´s erbärmlich gefunden. Denen schwebte eher so etwas wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart vor.

Wie aber lautet unser Urteil?

Wanderer, kommst du nach Soest, schaue dich um und frage: Haben sie wirklich auf´s falsche Pferd gesetzt?

17. August 2009

Am Radurschlbach

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Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus

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Die Wohltat des Schweigens habe ich nicht gekannt, bis ich in die Alpen hinaufgestiegen bin. Ich spreche nicht von Stille, wie im Weltall, wo nichts ist, was Geräusche machen könnte und Astronauten gezwungenermaßen sich selbst in vielfacher Lautstärke wahrnehmen.
Ich spreche von dem klaren und gelassenem Schweigen zwischen zwei Atemzügen, das dort oben die Essenz der Landschaft ausmacht.

Rätselhafterweise scheint es unmöglich zu sein, diesen besonderen Genuss in Worte zu fassen; selbst das Lesen der poetischsten Beschreibung ist im Vergleich zum Schweigen eines Hochtales schlichtweg Lärm.

Ebenso wenig gelingt es Bildern, seien sie nun gemalt oder fotografiert, die Klarheit der Luft, die Weite des Raumes und das blendende, in pure Farbe zerspringende Licht einzufangen.

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Warum versuche ich es dann hier überhaupt?
Um mich bei meinen Mitwanderern für eine wunderbare halbe Woche zu bedanken!

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12. August 2009

Drachenfest

Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem weit, weit entfernten Königreich. Generell gesprochen. Tatsächlich war es wie jedes Jahr in der letzten Juliwoche; und so unglaublich weit ist der Quast bei Diemelstadt gar nicht entfernt. Außerdem ist Hessen gar kein Königreich. Ebenso wenig wie die Dracheninseln, die witzigerweise an genau demselben Ort wie der Quast liegen – was irgendwie mit Quantenphysik und multidimensionalem Dingsbums zu tun haben soll.

Der Quast ist ein solitärer, bewaldeter Hügel direkt an der A44. Er liegt in einem Muschelkalkgebiet, in dem sich seltene Pflanzen wie Orchideen, Enzian und Türkenbund angesiedelt haben. Obendrein gibt´s natürlich auch noch eine Menge Fossilien, so dass man dem Quast den Status eines Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Gebietes zuerkannt hat.
Auf der Kuppe des Hügels befindet sich ein Areal von grob 450m x 850m, das als Weide bzw. Heuwiese genutzt wird. Von dort genießt man einen unglaublichen Ausblick in das weite Flachland Richtung Nordosten.
Aber selbst wenn man sehr angestrengt in die Ferne schaut, sieht man kein Wasser. Es sei denn, der Muschelkalk zählt ersatzweise.

Die Dracheninseln dagegen liegen im Irrelevanten Meer, so benannt, weil sich jedes Jahr um die 2000 Besucher auf den Inseln einfinden, von denen nur ein Zehntel zugibt, per Schiff gekommen zu sein.
Außerdem liegt der Hafen am höchsten Punkt der Insel.

Die Geschichte der Dracheninseln oder Drachenlande ist im Grunde dieselbe Tragödie, die sich in jedem Kinderzimmer zuträgt, wenn Vater und Mutter einkaufen. Die Kleinen spielen friedlich miteinander, als die Eltern das Haus verlassen. Minuten später jedoch befinden sie sich in einem erbitterten Wettstreit, der von jedem Einzelnen mit anderen Gründen rechtfertigt wird, der aber nur ein Ziel hat: Alle anderen zu zwingen, die eigene Großartigkeit ein für alle Mal als die Erstaunlichste anzuerkennen.
Nach einer halben Stunde ist das erste Kinderzimmer eine Wüste aus zerstörtem Spielzeug und wild durcheinanderliegendem Interieur. In einer Kampfpause stellen die Kleinen beschämt fest, dass das bestimmt Ärger geben wird, schließen die Tür hinter sich und ziehen ins nächste Zimmer, wo sie entscheiden, ihren Zwist lieber durch ihre Playmobil-Figuren austragen zu lassen.
Stellt euch das Zimmer als eine Welt und die Kinder groß, schuppig und feuerspeiend vor – dann habt ihr es.

Jedes Jahr lassen die Drachen alles, was Beine hat, gegeneinander antreten. Egal, ob Playmobil-Ritter, Lego-Pirat, Barbie-Elfe, Steiff-Satyr oder Mein-erster-Zauberkasten-Magier – Seite an Seite kämpfen sie für den Sieg ihres Drachens. „FÜR WISSEN UND WEISHEIT!“ brüllt man da beim Schädelspalten, oder auch „FÜR DAS LEBEN!“, wenn man nämlich dem grünen Drachen folgt. Andere beschränken sich auf die Farbe ihres schuppigen Kriegsherrn: „FÜR DEN BLAUEN!“ oder gar „FÜR DEN AUSGLEICH! FÜR GOLD! MACHT SIE NIEDER!“
Wie man sieht, folgt jeder Drache einem eigenen Philosophie-Surrogat, und seine jeweiligen Streiter gleichen die unfreiwillige Komik ihrer Schlachtrufe durch Hingabe aus.

Wenn römische Legionäre Seite an Seite mit schweizerischen Reisläufern gegen Orks und einen Dampfpanzer in die Schlacht ziehen, dürfen auch die Knochenbrecher nicht fehlen. Mit dabei in diesem Jahr:

  • Hauptmann und Feldwüterich Bram von Adel (in diesem Jahr Kommandant der Truppen des Goldenen Drachen),
  • sein Weib Tari von der Belagerung von Falkenstein,
  • Clothwig, englischer Bogenschütze der Burgunderkriege und Büchsenmeister,
  • Tombas von Erkenrode, maximilianischer Landsknecht,
  • Dinnz Dajesh, normannischer Ex-Zwerg,
  • Trutz, hochmittelalterlicher Edelbauer und Kriegsknecht,
  • Ochs, barocker Gutsherr und Kriegsknecht,
  • und natürlich der Autor alias Marten und sein Weib Lin als maximilianischer Landsknecht und ihm angetraute Sudlerin.

Der Kundige bemerkt, dass die Söldnerrotte sich harmonisch in die Grundanforderung „Hauptsache, es hat Beine“ einfügt. Bis auf Rottenmitglied Nr.10 vielleicht, „die Kanone“, deren Name eigentlich Frau Sau lautet, was aber niemand so recht zur Kenntnis genommen hat.
Die hat nämlich Räder.

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DF0901von links: Dinnz, Tari, Clothwig, Ochs, Frau Sau, Trutz, Tombas

DF0902Marten, Bram und Lin (hinter der Kamera)

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Während die ersten sieben Rottenmitglieder sich (unterstützt durch Mitglied Nr.10) fleißig in die Drachenhändel stürzten, ist es dem Autor gelungen, einen neuzeitlichen Fotoapparat vom Quast auf die Dracheninsel zu schmuggeln und sein Weib hat ihn dort auch seiner Verwendung zugeführt. Dies sind einige der Ergebnisse:

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11. Juli 2009

coitus vitandus

Heuer erhielt ich vom (anzüglich grinsenden) Oberpostauslieferer ein unauffällig in blaue Glanzfolie verpacktes Schriftstück. Ein weithin bekannter Versandhandel für diverse, dem Geschlechtsverkehr zuträgliche Artikel beehrte sich, mir einen Katalog seiner neuesten Kollektion zukommen zu lassen. Mit den besten Empfehlungen.
Nun, wenn man seine Nachbarn erst einmal mit Schwertkampfübungen auf der Straße abgehärtet hat, kann auch so ein Umschlag die öffentliche Meinung nicht wesentlich weiter ins Negative verschieben; ich studierte also mit ruhigem Gewissen die Angebote.

Reizwäsche für die Dame – nichts Neues; seit 100 Jahren scheint sich in diesem Sektor nichts Bemerkenswertes getan zu haben.

Reizwäsche für den Herrn – kommt nicht vor.

Dokumentarwerke über die Fortpflanzung höherer Primaten – detailreich, umfassend, erstaunlich homogen in den Inhalten und stets verbunden mit dem Hinweis, dass hier kein Inzest unter nicht vollständig ausgewachsenen Exemplaren gezeigt wird. Da habe ich bei Heinz Sielmann schon Verruchteres gesehen.

Lustige, bunte, vielgestaltige Gummiartikel – ich frage mich bei ihrem Anblick jedes Mal, was man uns beim Aufklärungsunterricht in der Schule noch an anatomischen Seltsamkeiten vorenthalten hat. Und warum die junge, attraktive Frau auf dem Foto ihren ebenso attraktiven männlichen Partner mittels eines eigentümlich ausgestatteten Gummischlauches beglückt. Wahrscheinlich hat sie eine hochgradig ansteckende Infektion oder so was.

Erotische Wohnaccessoires.

Ja, der Leser liest richtig: Erotische Wohnaccessoires.
Ich war auch sofort fasziniert. Seit meine Feng-Shui-begeisterte Bekannte Corinna mir die Einwirkung der Wohnung auf mein Leben dargelegt hat (und mir geraten hat, den Klosettdeckel geschlossen zu halten, auch wenn ich ein offenes Klosett einladender finde), habe ich mir über die Zusammenhänge zwischen Sexualität und Wohnen Gedanken gemacht. Offenbar war ich da nicht allein; die Höhepunkte des Katalogangebotes finde ich so bemerkenswert, dass ich mich entschlossen habe, sie mit dem Teil der Öffentlichkeit zu teilen, der auf sein Ansehen bei den Nachbarn noch Wert legt:

beate004Die erotische Wirkung dieser Lampe besteht möglicherweise darin, dass man sie sofort ausschaltet und die Rolladen herunterlässt, um sie nicht mehr sehen zu können. Eine subtile und geschmackvolle Hinführung zu Tätigkeiten, bei denen man mit dem Tastsinn auskommen kann. Obendrein umweltschonend, weil energiesparend!

beate005Für die Liebhaber alter Schule, die auch im Zeitalter von Viagra immer noch auf die Wirkung von Tigerhodenextrakt und Nashornpulver setzten. Ein besonders intensives erotisches Erlebnis ist bei gleichzeitiger Verwendung als Duftlampe möglich: Einfach Fell nassmachen und 100Watt-Birne einsetzen. Der schwüle Dschungelgeruch nach nasser Katze macht auch die kühlste Partnerin zum Tier.

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beate001Das perfekte Candlelight-Dinner wird viel zu oft von geschmacklosen Gewürzstreuern verdorben. Aber Rettung naht; sei es Modell A mit seiner diskreten Andeutung zur Gestaltung des späteren Abends,

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beate002oder Modell B, mit dem der gewiefte Kavalier seiner Dame ein Kompliment machen kann, das in Worten zu ungehörig wäre,

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beate003oder Modell C für den selbstbewussten Mann, der sich auch in der Flirtphase der Beziehung nicht scheut, das Thema Familie positiv anzugehen.

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Bestellt habe ich mir dann allerdings das hier:

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30. Juni 2009

Was ist ein Landsknecht?

Der Begriff Landsknecht beschreibt die „ in kaiserlichen Landen angeworbenen Fußsöldner“ zwischen dem späten 15. Jahrhundert und dem Ende des 16. Jahrhunderts. Der Name ist eine Prägung, um die Landsknechte von ihren schweizerischen Vorbildern (den Reisläufern) abzuheben und hat nichts mit dem Begriff Lanze zu tun, auch wenn die Bezeichnung Lanzknecht als Verballhornung auftaucht.
Gegen die Deutung als Lanzknecht spricht, dass die Lanze ursprünglich eine germanische und keltische Wurfwaffe war, deren Name erst im Laufe des Hoch- und Spätmittelalters sinnwidrig auf den Reiterspieß übertragen wurde . Gerade im deutschsprachigen Bereich, also den kaiserlichen Kernlanden, erhielt sich aber für den Reiterspieß die korrektere Bezeichnung Reißspieß. Reiß leitet sich vom frühneuhochdeutschen reise, rais(e), rayß oder reis ab und bedeutet Heeres-, Kriegs- oder Beutezug . Dieselbe Wurzel liegt auch dem schweizerischen Begriff Reisläufer zugrunde, also sinngemäß übertragen „jemand, der zu Fuß auf einen Kriegszug geht“.
Zur Verwirrung trägt allerdings bei, dass der Name reisspieß allgemein auf den Spieß der Reisigen und nicht nur spezifisch auf den Reiterspieß angewendet wird .

Die Grenzen der kaiserlichen Lande verlaufen um 1550 im Westen etwa entlang einer Linie Calais – Verdun – Lyon – Nizza, im Süden quer durch Norditalien, dabei Florenz ein- und Bologna und die Po-Ebene ausschließend, im Osten etwa entlang einer Linie Triest – Krakau – Breslau – Danzig und im Norden quer durch die dänische Halbinsel auf einer Höhe zwischen Kiel und Flensburg . Die Schweizer Eidgenossenschaft ist geographisch aus diesem Komplex also kaum auszugrenzen; ganz im Gegenteil liegt sie geradezu mittig in den kaiserlichen Landen.
Auch wenn die Eidgenossenschaft sich ab der Schlacht von Morgarten 1315 praktisch zu einem Bündnis souveräner Stadtrepubliken entwickelte, blieb sie rechtlich ein Teil des Heiligen Römischen Reiches . Eine genaue Beschreibung der politisch-territorialen Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches zur Zeit der Landsknechte würde notwendigerweise einen bedeutenden Umfang annehmen und ist hier für unseren Zweck nicht erforderlich. Zweierlei ist allerdings zu beachten:
Erstens ist das Heilige Römische Reich nicht allein auf den deutschen Sprachraum begrenzt, auch wenn deutschsprachige Landesteile die Mehrheit bilden. In der Konsequenz kann das Landsknechtswesen nicht als rein deutsches Phänomen betrachtet werden.
Zweitens sind die Reisläufer als Vorbilder der Landsknechte (und in der Tat Ausbilder der ersten Landsknechtsregimenter) nicht Verteidiger der Eidgenossenschaft, sondern Söldner, die fremden Interessen dienen, solange diese nicht mit denen der Eidgenossenschaft kollidieren.

Die Entwicklung der Landsknechte verläuft in Nachahmung und Abgrenzung zu den Reisläufern. So ist es nicht verwunderlich, dass die erste urkundliche Erwähnung des Begriffs Landsknecht 1486 in der Eidgenossenschaft erscheint. Der Schweizer Konrad Gächuff behauptet dort in einer Schmähschrift, er zöge es vor, „Schwaben oder andere Landsknechte“ zu bewaffnen und auszubilden, da sie doppelt so viel wert seien, wie die Schweizer .
Urheber und bedeutender Förderer der Landsknechte war Kaiser Maximilian I. (1459 – 1519), dem die Überlieferung sowohl den Titel „Vater der Landsknechte“, als auch „der letzte Ritter“ zumisst. Diese beiden Titel stehen in enger Abhängigkeit.
Der Ruf, den die Schweizer genossen, hatten sie sich verdient, indem sie wiederholt mit ihren Infanteriehaufen feudale Reiterheere besiegt hatten. Maximilian, der sich in gewissermaßen nostalgischer Weise in den ritterlichen Tugenden übte, war klug genug, um auf die solcherart veränderte militärische Situation mit der Einrichtung eines alles andere als traditionellen Heereswesens zu reagieren. So stellen die Landsknechte einen Übergang zwischen der ritterlichen Kriegsführung des Mittelalters, deren Kernelemente Feudalismus und individuelle Tapferkeit waren, und der modernen Kriegsführung mit strukturierten Massenheeren dar.

Die Bewaffnung der Landsknechte bestand charakteristischerweise in langen Stangenwaffen, meist Piken und Hellebarden, die dem Hauptfeind, der Kavallerie, widerstehen konnten. Überhaupt haben lange Waffen den Vorteil, dass mehrere Glieder zugleich an den Feind kommen, was die Effektivität der Infanterie merklich verbesserte.
Kombiniert wurden die Stangenwaffen mit solchen, die gegen einen feindlichen Infanteriehaufen nützlich waren; etwa den kurzen Katzbalgern und den langen Zweihandschwertern.
Das Ende der Landsknechte in militärischer Hinsicht liegt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als die rasche Entwicklung der Pulverwaffen Pikenhaufen obsolet machte. Auch der Begriff Landsknecht ging in dieser Zeit verloren und wurde durch „kaiserlicher Fußknecht“ ersetzt.

Der Begriff Landsknecht lässt sich also verschieden eingrenzen:

Zeitlich beschreibt er eine militärische Truppengattung, die für ein knappes Jahrhundert zwischen dem Ende des 15. und dem des 16. Jahrhunderts existierte.
Militärisch beschreibt er Söldnereinheiten aus den kaiserlichen Landen, die als Infanteriehaufen mit Stangenwaffen, insbesondere langen Spießen, ins Feld zogen.
Historisch stellt er eine Übergangserscheinung zwischen mittelalterlich-feudaler Kriegsführung und modernen Massenheeren dar, die sich in Abhängigkeit von und in Konkurrenz zu den schweizerischen Reisläufern bildete.

24. Juni 2009

Do it Yourself – atomgenaue, funkgesteuerte Sanduhr

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21. Juni 2009

Auf nach Islamabad!

Das Landleben ist schön. Grüne Hügel, glückliche Kühe, ein Postkartenausblick jagt den nächsten.

Man muss allerdings ein motorisiertes Fahrzeug haben, um das Landleben zu genießen. „Pfui!“ höre ich den geneigten Leser rufen, „auf dem Lande fährt man gefälligst mit dem Fahrrad oder Bus! Denke an den Abgasgehalt unserer Milch, Frost!“

Nun, ich lebe in einem kleinen Dorf, das stolz auf seinen Busbahnhof ist. Vier Haltemöglichkeiten, nahe dem Hauptlebensmittelversorger gelegen, professionell und prachtvoll. Leider sind keine Fahrpläne angeschlagen. Wenn man einen Wartenden dazu befragt, erhält man die Auskunft, dass der Bus schon kommen werde (wann, könne man ohnehin nicht so genau wissen) und eigentlich immer nach X fahre (wobei X der gewünschte Zielort des Befragten ist und nicht einmal im selben Milchstraßenarm wie das Ziel des nebenstehenden Menschen ist – der nichtsdestotrotz mit demselben Bus fahren wird.
Ein Bekannter von mir hat nach eingehender Recherche eine Telefonnummer ergattert, die, wenn eine Stunde vor Fahrtantritt gewählt, unfehlbar einen Bus in die richtige Richtung herbeibeschwören soll. Das ist aber eine Insiderinformation. Auf den ländlichen Haltestationen steht üblicherweise nur: „Nächster Bus – Donnerstag“.

Natürlich bemüht sich der solcherart verunsicherte Fahrgast, wenn er das Glück hat, einen Bus besteigen zu können, von dessen Fahrer die fehlenden Informationen zu erhalten. Völlig unwahr ist allerdings, dass sich bei einer solchen Gelegenheit die folgende Szene ereignet hätte:

Fahrgast: „Wohin fährt der?“
Fahrer: „Wer?“
Fahrgast: „Nix wer! Wo-hiiin! Wohin der fährt!“
Fahrer: „Der Bus? Ohne mich nirgendwo hin.“
Fahrgast: „Ey, kannste mal die Frage beantworten? Wohin der fährt!“
Fahrer: „Islamabad.“
Fahrgast: „Was hat´n das damit zu tun?“
Fahrer: „Wieso?“
Fahrgast: „Is mir doch scheißegal!“
Fahrer: „Was denn?
Fahrgast: Ob´s im Bad oder im Stall is, dein Scheiß-Lama! Wohin du fährst, will ich wissen! Ey Mann, bisse blöd oder was?!

12. Juni 2009

And tomorrow I´ll make waffles.

Die Spülmaschine.

Retter von WG´s und Ehen, Feind der Fruchtfliege.

Trotzdem wir ihr soviel zu verdanken haben, werden wir äußerst ungehalten, wenn sie nicht den vom AEG-Calgonit-Fachberatungsmeister versprochenen Hochglanzperlreineffekt liefert. Zum Glück können wir unserem Ärger im Zeitalter des digitalen Kundendienstes leicht Luft machen und uns Instant-Unterstützung aus dem Netz holen. Die Bytes einfach in eine Badewanne geben, Wasser dazu, umrühren und fertig ist der Hausgerätetechniker mit Meisterbrief und Dauergrinsen. Also los:

www.Rettung-für-meine-alte-Spülmaschine.de – klick -

Wählen Sie ihr Problem:
- Es klappt nicht.
- Es klappt immer noch nicht.
- Es klappt wirklich nicht.
- Mein gebraucht erworbener Grorenje-Spülknecht kriegt den Waffel-Mümmes* nicht aus der Rührschüssel!
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* für Nicht-Rheinländer: Mümmes = Nasenpopel, i.w.S.: kleine Mengen klebriger Substanz

Vielen Dank für Ihr Problem.
Möchten Sie uns noch persönlich beleidigen?
Oder möchten Sie die Lösung Ihres Problems erfahren?
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Mümmes hat er noch nie abgekriegt.

Möchten Sie uns jetzt persönlich beleidigen? – klick – klick – klick – klick – klick …