Etymologische Kostbarkeiten: Der Doppelgänger

Das Rekrutierungsverfahren der Landsknechte zwischen 1486 und 1560 sah in der Regel vor, dass der Freiwillige Namen, Geburtsort, Alter und Beruf in die Musterrolle eintragen ließ. Zu einem festgesetzten Zeitpunkt begab er sich dann zur Musterung. Dort wurde er aufgerufen und musste unter den Augen der Offiziere (Schreiber, Musterungsoffizier, Kapitän und Obrist) durch ein eigens errichtetes Portal (oft drei Piken oder Hellebarden) gehen. Der Musterungsoffizier begutachtete dabei den Mann und seine Ausrüstung und rief dann den Sold aus, der dem Rekruten gezahlt werden würde, was der Schreiber sogleich festhielt. Der Weg des Rekruten führte von dort zum Pfennigmeister, wo ihn sein erster Sold erwartete.
Geschäftstüchtigere Rekruten allerdings marschierten noch ein Stückchen weiter – um sich am Ende der Warteschlange ein zweites Mal anzustellen. Kein Wunder, dass „Doppelgänger“ einander so ähnlich sehen.

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(Miller/Richards/Embleton: Landsknechte. Siegler, St.Augustin 2004, S.13f / Holzschnitt von Jost Amman aus „Der Deutsche Landsknecht“, Friedrich Blau, Görlitz 1882 )

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