Am Radurschlbach

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Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus

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Die Wohltat des Schweigens habe ich nicht gekannt, bis ich in die Alpen hinaufgestiegen bin. Ich spreche nicht von Stille, wie im Weltall, wo nichts ist, was Geräusche machen könnte und Astronauten gezwungenermaßen sich selbst in vielfacher Lautstärke wahrnehmen.
Ich spreche von dem klaren und gelassenem Schweigen zwischen zwei Atemzügen, das dort oben die Essenz der Landschaft ausmacht.

Rätselhafterweise scheint es unmöglich zu sein, diesen besonderen Genuss in Worte zu fassen; selbst das Lesen der poetischsten Beschreibung ist im Vergleich zum Schweigen eines Hochtales schlichtweg Lärm.

Ebenso wenig gelingt es Bildern, seien sie nun gemalt oder fotografiert, die Klarheit der Luft, die Weite des Raumes und das blendende, in pure Farbe zerspringende Licht einzufangen.

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Warum versuche ich es dann hier überhaupt?
Um mich bei meinen Mitwanderern für eine wunderbare halbe Woche zu bedanken!

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Expedition

5 Antworten zu “Am Radurschlbach

  1. northbohemian

    Lieber Athanasius,

    du sprichst mir aus der Seele, was die Unmöglichkeit betrifft, Naturerlebnisse „ab einer gewissen Komplexität“ mit technischen Mitteln oder Sprache wiedergeben zu wollen.

    Das fängt schon an einem beliebigen Sommertag an, wenn man mit bloßem, aber geübtem Auge in den Bäumen, Sträuchern und Gräsern unzählige verschiedene Grüntöne entdeckt. Das dann fotografisch abbilden zu wollen, wäre vermessen und dürfte wohl auch kaum jemandem gelingen.

    Würde sich die Mehrheit der Hobbyfotografen ihre Hybris angesichts der Wucht des Naturerlebnisses bewusst machen, wäre ja auch sofort Schluss mit diesen Milliarden von Varianten zugematschter Sonnenuntergänge.

    Liebe Grüße
    North Bohemian

  2. Athanasius Frost

    Die „Wucht des Naturerlebnisses“ wird von der Kamera ja höchst angenehm in kontrollierbare Aspekte wie Bildausschnitt, Belichtung, Blende etc. zerlegt. Nicht zu vergessen, dass die direkte Naturerfahrung eine überwältigende Vergänglichkeit aufweist, die ohne den bewahrenden Effekt der Speicherkarte ebenso unerträglich wäre, wie unsere eigene…

    … oder gehe ich mit mir und den anderen Hobbyknipsern zu hart ins Gericht?

    Liebe Grüße,

    A.C.F.

  3. Leo

    Nun die Frage ist nur: Wozu eine teure digitale Spiegelreflexkamera mit tausend Einstellmöglichkeiten, wenn man nochnichteinmal weiß, wie dieser verteufelte Autofocus auszuschalten sei 😦 *grummel* ?
    Aber mal im Ernst, wenn die Welt „im Grunde“ noch in Ordnung ist, und man nach jahrelanger Suche endlich „Grunde“ gefunden hat, und man dann ein Jahr später nochmal dort hinfährt und hofft, dass alles noch so wunderbar bleiben möge wie bisher, um dann festzustellen: Das ist ja noch besser geworden! Das wurde ja noch „Getoppt“! Dann: Ja dann konstatiere ich: „Ich werde nicht Älter!“ – Warum? Nun, wenn ich sage: „Früher war alles besser!“- dann werde ich älter! Denn ich bin auf dem absteigenden Ast, Biologisch, Körperlich, Geistig und auch so von der Potenz und so… Aber wenn ich nun genau das Gegenteil feststelle: „früher war alles schlechter, das wird ja immer besser hier!“ Dann wünsche ich auch Euch alles Gute! Danke für die Komplimente ind Wort, Bild und Geist! À Propos Geist, die 2 Zirbenzapfen sind schon auf Doppelkorn angesetzt und färben bereits nach einem Tag den Sud Himbeerrot! Es Funktioniert! Bis Bald, Euer Bergelch 🙂 Komm wir gehen einen Kippen!

  4. northbohemian

    Die Vergänglichkeit bleibt so oder so unerträglich …

    Ich wollte nicht die Fotografie generell angreifen. Immerhin liefert sie ja wenigstens Interpretationen von Erlebnissen – wenn auch abstrahiert und heruntergebrochen (… und gerade Deine angenehm unaufgeregten und sachlichen Fotos mag ich sehr).

    Was aber den „Mythos“ des Landschaftserlebnisses betrifft – dazu sagtest Du bereits alles in Deinem Beitrag (und wesentlich besser als ich es je könnte).

  5. Athanasius Frost

    @ Leo:

    Man weiß sehr genau, wie der Autofocus abzuschalten sei – auf Fotografenseite. Leider hat das Motiv nur selten die Geduld, die mit dem Abschalten des Autofocus einhergehenden manuellen Einstellungen abzuwarten…
    Prost!

    @ North Bohemian:
    *kratzfuß*

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